Das Regierungsviertel und Utøya wurden Opfer des blutigsten Angriffs in Norwegen während Friedenszeiten.
Die Büros jener, die heute hier anwesend sind, wurden gesprengt.
Kollegen und Freunde wurden getötet.
Mehrere Menschen liegen schwer verletzt im Krankenhaus.
Heute versammeln wir uns, um der Verstorbenen zu gedenken
Um Respekt gegenüber den Verletzten zu zeigen.
Um allen, die mitgeholfen haben, zu danken.
Und um aufeinander Acht zu geben.
Einige von Euch, sind buchstäblich aus den Ruinen herausgewackelt.
Ihr habt Erfahrungen gemacht, die wir, die an diesem Tag nicht in der Arbeit waren, uns nur schwer vorstellen können.
Seit dem 22.Juli haben Angestellte im Regierungsviertel Ihr Bestes gegeben, um den Betrieb in Gang zu halten.
Doch nicht nur das, ihr habt außergewöhnliche Aufgaben für eine Nation in Trauer und Schock gelöst.
Ihr habt unter äußerst schwierigen Verhältnissen gearbeitet.
In provisorischen Lokalitäten und mit wenigen Hilfsmitteln.
Ohne Vorwarnung seid Ihr vor fast unmenschlichen Herausforderungen gestanden.
Viele von euch haben in tiefer Trauer um getötete Kollegen gearbeitet.
Viele machen sich um jene die im Krankenhaus waren – und sind - Sorgen.
Viele haben ihre eigene Furcht gefühlt.
Viele haben den Ängsten der Familie Gehör geschenkt.
”Was wenn du es gewesen wärst...”
Ich bin froh Folgendes sagen zu können: Ihr habt es geschafft.
Der Regierungsapparat war seit dem Anschlag durchgehend in Betrieb.
Ich bin stolz darüber, Ministerpresident in einem Land mit diesem Beamtentum zu sein.
Ihr habt gezeigt, woraus die norwegische Bürokratie besteht.
Ihr habt gezeigt, dass „Bürokrat“ eine Ehrenbezeichnung ist.
Nehmt mein Dankeschön für alles, was ihr während dieser unglaublichen Tage gemacht habt an.
Heute wollen wir uns an unsere verstorbenen Kollegen erinnern,
Sie arbeiteten für die Demokratie, als die Bombe explodierte.
Sie starben für die Demokratie.
Sie starben für die Gemeinschaft.
Wir gedenken auch derjenigen, die ihr Leben verloren haben, weil sie zufällig an unseren Räumlichkeiten vorbeigegangen sind.
Wir haben uns hier versammelt, um eine gemeinsame Hoffnung für die schwer Verletzten zum Ausdruck zu bringen.
Und um aufeinander zu achten.
Um einander zu sehen.
Um unsere Trauer gegenseitig zu respektieren.
Um zu respektieren, dass wir erschöpft sind.
Um zu respektieren, dass wir Angst haben.
Was wir erlebt haben ist so massiv.
Einige werden professionelle Hilfe brauchen.
Sie werden sie bekommen.
Alle werden einen Kollegen brauchen.
Wir werden einander versprechen, dass wir gern um Hilfe bitten können.
Und wir werden einander versichern, dass es gut ist, Hilfe zu leisten.
Viele müssen über einen längeren Zeitraum hindurch in provisorischen Räumlichkeiten arbeiten.
Das wird eine Herausforderung.
Der Alltag meldet sich zurück und damit auch alle alltäglichen Aufgaben.
Ich bin mir sicher, dass wir Lösungen finden werden.
Ihr habt das Unmögliche geschafft.
Wir werden auch dies überstehen.
Zuletzt:
Ihr verwaltet die edelsten Ideale einer Demokratie.
Gemeinsam werden wir das Regierungsviertel wiederaufbauen.
Wir werden zeigen, dass das Attentat auf unsere Lokalitäten und Utøya misslungen ist.
Die Demokratie wird durch diese Angriffe gestärkt.
Aus ganzem Herzen: Danke.
Jetzt möchte ich die amtierende Sektionsleiterin einer Abteilung vorstellen, in der sich viele Mitarbeiter befanden, als die Bombe explodierte:
Ragnhild Nordaas aus der Arbeitsschutzabteilung des Ministeriums für Arbeit.
Die Rede gibt es auch auf Norwegisch.