Nicht in der Staatsoper, sondern im Theater an der Wien singt Eriksmoen baldNicht in der Staatsoper, sondern im Theater an der Wien singt Eriksmoen bald

Junge Sopranistin mit Erfolg auf der Wiener Bühne

Letzte Aktualisierung: 30.11.2011 // Mari Eriksmoen hat schon letztes Jahr ihren Durchbruch auf der internationalen Bühne erlebt. Mit nur 28 Jahren ist sie schon in vielen europäischen Ländern aufgetreten. Jetzt singt sie in Wien.

Am 14.Dezember steht die junge Norwegerin zum zweiten Mal bei einer Erstaufführung auf der Wiener Bühne. Dieses Mal spielt sie Euridice in Monteverdis L’Orfeo – eine Rolle, die sie schon vor über einem Jahr erhielt.

Ehrgeiziges Publikum

–In Wien, vor dem Wiener Publikum zu singen ist eine Ehre. Die Österreicher faszinieren mich, nicht zuletzt wegen des großen Interesses für die Oper und klassische Musik. Jedermann weiß hier viel mehr über die klassischen Stücke als beispielsweise in Norwegen. Das spürt man schon wenn man auftritt, aber diesen Druck braucht man, um eine gute Leistung erbringen zu können. Die Rolle als Euridice habe ich letztes Jahr bekommen, schon bevor ich die Rolle, die ich hier letztes Jahr spielte bekam.

Zum zweiten Mal hat Eriksmoen also eine Rolle in einer Wiener Inszenierung und zum zweiten Mal steht sie auf der Bühne des Theaters an der Wien. Letztes Jahr hat sie die Rolle der weltberühmten Sängerin Diana Damrau als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos kurzfristig übernommen, da Damrau schwanger wurde. Das war der Türöffner für ihre weitere Karriere. Ein Musikstipendium von Statoil, dem norwegischen Öl- und Gaskonzern, geht einmal im Jahr an ein junges norwegisches Talent. Heuer war Eriksmoen dran. Für sie war dies ausschlaggebend für ihren weiteren Weg.

–Das Stipendium hat mir die Möglichkeit gegeben, mir Pausen zu gönnen und an der weiteren Entwicklung meiner Gesangsstimme zu arbeiten. Das Vorsingen ist eine teure Angelegenheit und jetzt muss ich mir darüber weniger Sorgen machen. Auch Gesangsunterricht mit den besten Lehrern ist jetzt möglich.

Programm schon durchgeplant

Für 2012 hat sie schon alles in der Hand. Bühnen in Wien, Paris, Frankfurt und Oslo werden alle von Eriksmoen besucht. Dazu kommen eine Aufnahme in München, mit ihrem Lieblingsorchester, dem Bayerischen Rundfunksorchester, sowie das internationale Festival d’Aix-en-Provence und das Lucerne Festival. Eriksmoen freut sich besonders auf das Wiedersehen mit dem norwegischen Publikum:

–In der Osloer Oper singe ich in einer Inszenierung der Fledermaus, komponiert von Johann Strauss II. Vor dem norwegischen Publikum zu stehen wird bestimmt spannend.

 

–Die Oper muss sich modernisieren

Das Interesse für die Oper entflammt nun in Norwegen wieder. Seit der Eröffnung der Osloer Oper im Jahr 2008 ist die Zahl der jungen Sänger und Sängerinnen kräftig gestiegen. Ob der Grund dafür mit der Oper in Oslo zu tun hat, kann man natürlich nicht ganz sicher sagen, aber wahrscheinlich ist es schon. Trotzdem ist es wichtig die Oper zu modernisieren, um das Interesse junger Norweger zu wecken. Diesbezüglich habe ich große Ambitionen und hoffe, dass eine neue Generation es schaffen wird ganz neu zu denken.

Innovativ muss das norwegische Opern-Milieu sein und innovativ ist auch der gegenwärtige Regisseur, Claus Guth aus Deutschland.

–Er hat das Stück ganz neu gestaltet und hat es in ein psychologisches Drama umgewandelt. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass Orfeo seinen Verstand verliert. Ich würde Guth als einen modernen Regisseur bezeichnen, der versucht, die Oper zu modernisieren.

Sehen kann man Eriksmoen im Theater an der Wien am 14., 17., 20., 22., 29. und 31.Dezember. Es gibt nur noch wenige Karten. Sollten Sie Pech haben und keine Karten mehr bekommen, so ist Eriksmoen auch im Les Contes d’Hoffmann im selben Theater im März 2012 zu sehen.


Quelle: Øystein Næss Andresen   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print