V.l: Clas Brede Bråthen, Hroar Stjernen, Michael Roscher, Jan Petersen, Toni Innauer und Hubert Neuper. 
Foto: Die Botschaft.V.l: Clas Brede Bråthen, Hroar Stjernen, Michael Roscher, Jan Petersen, Toni Innauer und Hubert Neuper. Foto: Die Botschaft

Das Skifliegen stärkt die Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Österreich im Energiesektor

Letzte Aktualisierung: 20.01.2012 // Sowohl Norwegen als auch Österreich verfolgen ambitiöse Ziele und haben viel von einander zu lernen wenn es um die Entwicklung reiner und erneuerbarer Energie geht. Im Rahmen des Weltcups im Skifliegen, der letztes Wochenende am Kulm stattgefunden hat, tauschten Fachleute ihre Erfahrungen aus und diskutierten konkrete Kooperationsprojekte innerhalb erneuerbarer Energie.

Private und öffentliche Unternehmen aus sowohl Norwegen als auch Österreich waren an diesem Seminar beteiligt, wie etwa das Lebensministerium, die Österreichische Energieagentur, die Universität für Bodenkultur Wien, Kommunalkredit Austria und ihre entsprechenden,  potenziellen norwegischen Partner, wie etwa Innovation Norway, NVE, ENOVA, Norwegischer Bioenergieverein (NoBio) und viele weitere.
Das Treffen ist Teil der alljährlichen Zusammenarbeit zwischen der Norwegischen Botschaft in Wien und dem Norwegischen Skiverband (NSF), wobei das Skifliegen als Arena dafür dient, das Ansehen und die Branche zu stärken. Mit der Überschrift „Zusammenspiel mit den Naturkräften“ verbindet die Botschaft und NSF den Skisport mit erneuerbarer Energie, mit dem Ziel ein stärkeres Band zwischen Österreich und Norwegen zu knüpfen.

„Wir sind froh und stolz über die Zusammenarbeit mit der Botschaft und das diesjährige Thema – Erneuerbare Energie und Zusammenspiel mit den Naturkräften – passt gut zum Skifliegen selbst. Die Athleten arbeiten mit ihren Naturkräften um ihre Energie in weite Sprünge umzuwandeln“, so Clas Brede Bråthen - Leiter der norwegischen Skiflieger - als er die Seminar-Teilnehmer vor dem Wettbewerb am Kulm willkommen hieß. Norwegen und Österreich haben diesbezüglich viel gemeinsam, das Skifliegen hat in beiden Ländern eine lange Tradition, und nicht zuletzt kommt der neue Trainer der norwegischen Nationalmannschaft, Alexander Stöckl, aus Österreich. Er nahm ebenso an der Veranstaltung teil.

Das Hauptaugenmerk liegt auf Bioenergie und Wasserkraft als nachhaltige Energiequellen. Österreich ist ein Vorzeigeland im Bereich der Bioenergie und kann sich Deutschland als bedeutendes Exportland vorstellen, da Deutschland plant bis 2022 aus der Atomenergie auszusteigen. Um den Gebrauch von Biomasse attraktiv zu machen, gibt es staatliche Zuschüsse für private Haushalte die auf diese Energieform setzen. Die Seminar-Teilnehmer waren sich darin einig, dass es von den Österreichern viel zu lernen gibt, wenn es um die Entwicklung von Bioenergie geht. In Norwegen ist die primäre Energiequelle die Wasserkraft, obwohl auch Österreich in diesem Sektor als fortschrittliche Nation zu beschreiben ist. Im Bezug auf die Wasserkraft sind beide Nationen an einer Zusammenarbeit in der Forschung und Technologieentwicklung, inklusive Umwelttechnik, interessiert. Besonders wichtig dabei ist eine engere Kooperation im Bezug auf die Frage wie kleinere Flüsse genutzt werden können und ob ungenutztes Potenzial in bereits vorhandenen Wasserkraftwerken besteht. Was die Teilnehmer noch beschäftigte, war der noch unzureichende Status der Wasserkraft in der EU im Vergleich zu erneuerbarer Energie. Beide Länder fokusieren diesbezüglich wiederum auf Deutschland und eine mögliche Zusammenarbeit nach dem Jahr 2022. Grundsätzlich möchten die Teilnehmer in Zukunft innerhalb der Bioenergie und der Wasserkraft enger miteinander zusammenarbeiten. Sie werden einander zu Konferenzen einladen und haben das Ziel gemeinsame Schulungsmaßnahmen zu etablieren und Fachkräfte auszutauschen. Auf der Seite der österreichischen Gäste ist eine Kontaktaufnahme zur Botschaft in Oslo geplant, um zu eruieren ob die Kooperation auch auf diesem Wege erweitert werden könnte.

Und obwohl erneuerbare Energie das Hauptthema des Abends war, blieb noch ein wenig Zeit um mehr über das Skifliegen in Erfahrung zu bringen.  Ehemalige Skispringer wie Toni Innauer und Hubert Neuper, diskutierten u.a. zusammen mit den Norwegern Hroar Stjernen und Clas Brede Bråthen die Entwicklung des Sports ebenso wie den Kampf zwischen den norwegischen und österreichischen Athleten.


Quelle: Die Botschaft   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print