Bergen Philharmonisches Orchester. 
Foto: Sherman.Bergen Philharmonisches Orchester. Foto: Sherman

Norwegisches Orchester mit beeindruckender Spielfreude in Wien

Letzte Aktualisierung: 08.04.2011 // Das Wiener Publikum bekam am Samstag, dem 2. April wieder die Möglichkeit Töne des norwegischen Orchesters „Bergen Philharmonisches Orchester“ zu hören, das im Rahmen einer Tournee durch Deutschland und Österreich (26.3-7.4) im Wiener Konzerthausspielte. Das norwegische Orchester präsentierte ein musikalisch grandioses Konzert mit breitem Spektrum. Das Publikum durfte alles von russischer Melancholie bis hin zu einem modernen Werk, komponiert von einem norwegischen Komponisten, erleben.

Ein scheinbar sehr aufgeregtes Orchester eröffnete das Konzert mit Wagners Ouvertüre „Der Fliegender Holländer“. Mit diesen dramatischen und pompösen Tönen setzte das Orchester den Maßstab für den weiteren Verlauf des Konzertes.  Das Konzert in Wien, einer Stadt welche bekannt für ein musikliebendes doch zugleich kritisches Publikum ist,  war vollkommen  ausverkauft. Im Voraus hatte das Orchester auch betont, das dieses Konzert „wohl eines der wichtigsten Konzerte der Tournee ist“.

Nachdem das Publikum dieses großartige Stück wahrgenommen hatte, setze der in Salzburg geborene Multipercussionist Martin Grubinger das Konzert fort, und zwar mit dem Werk „Das war schön“ für Solopercussion und Orchester. Der Komponist dieses Werkes, der Norweger Rolf Wallin, gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Skandinaviens. Wallin war selbst anwesend um der Vorführung seines Werkes, welches er speziell für  Grubinger komponiert hat, beizuwohnen.

Martin Grubinger. 
Foto: xamax.Martin Grubinger. Foto: xamax
Was die Interpretation des Werkes „Das war Schön!“ betrifft, hat der junge Österreicher mit seiner großen Bühnenpräsenz und dem technisch brillanten und energischen Spiel beeindruckt. Als Zugabe wurde dem Publikum ein eher seltenes Percussionsduett, welches sogar Marimbas beinhaltete, vorgeführt. Der virtuose Österreicher erntete tosenden Beifall vom Publikum - was sich nicht zuletzt durch den großen Andrang vieler wartender Gäste, die nach dem Konzert Autogramme auf ihre neu erworbenen CD´s haben wollten, offenbarte.

Nach den sehr rhythmischen Tönen des ersten Teils des Konzertes wurde das Publikum nach der Pause in eine russische, melancholische Welt mit schallenden Tönen von Rakhmaninoffs meist gespielter Symphonie, der Symphonie Nr. 2, eingeführt. Chefdirigent und künstlerischer Leiter, Andrew Litton, führte das sehr lebendige und engagierte Orchester mit Bravour durch dieses anspruchsvolle Stück. Seine musikalische Vision und Interpretation dieses Werkes sind in hohem Grade zum Ausdruck gekommen, diese Tatsache kam besonders durch den lebendigen und engagierten Vortrag der Musiker zum Vorschein.  Das Orchester führte dieses mächtige Stück mit großem Einfühlungsvermögen, großer Präzision und spürbarer Spielfreude vor.

Das Werk, ”Das war schön!”, sollte nicht das einzige Werk norwegischen Ursprungs sein, das am Samstagabend im Konzerthaus erklang.  Zieht man in Betracht, dass das Orchester für gewöhnlich im Griegsaal in Bergen spielt, der Geburtsstadt Edvard Griegs, lag es nicht nur in der Luft – man könnte sagen, das Publikum erwartete eine Zugabe mit Musik von Edvard Grieg – und die Erwartungen wurden erfüllt. Das Konzert wurde mit den nostalgischen Tönen von Griegs abgerundet. Es ist wohl auch legitim zu behaupten, dass kein Orchester der Welt so stark mit Grieg verknüpft ist, der ja selbst auch als künstlerischer Leiter von 1880-82 tätig war. Dies wurde auch in der Interpretation des Stücks deutlich. Im Laufe weniger Minuten, die sehr schnell vergingen, konnte das Publikum die einsame und doch majestätische Naturlandschaft Norwegens durch die sehnsüchtigen und lyrischen Töne des Orchesters wahrnehmen.

Das Publikum schien sehr zufrieden zu sein, was sich auch im Kommentar von Besucher David Hermann wiederspiegelte: "Es war ein ausgesprochenes Vergnügen im Saal zu sitzen und ein so engagiertes und lebendiges, norwegisches Orchester, das musikalische Werke samt Interpretation in höchster Perfektion vortrug, miterleben zu dürfen".


Quelle: Die norwegische Botschaft


Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print