Foto: Berit Roland / Scanpix.Foto: Berit Roland / Scanpix

Gleichstellung ist der Schlüssel zum wirtschaftlichen Wachstum in Norwegen

Warum ist es positiv für die Wirtschaft, dass Mutter und Vater sich die Elternzeit teilen? Und wie ist es möglich, gleichzeitig einen rekordverdächtig hohen Anteil berufstätiger Frauen und eine der höchsten Geburtenraten der westlichen Welt zu haben? Die Antwort ist erstaunlich einfach. Durch die Organisation von Gleichstellung und Familienleben von öffentlicher Seite aus kann Norwegen seine gesamte Arbeitskraft nutzen. Nicht nur den Öl- und Gasvorkommen, sondern insbesondere den berufstätigen Frauen ist das ökonomische Wachstum Norwegens zu verdanken.

Das Öl hilft natürlich. Aber letztendlich basiert das norwegische Modell nicht nur auf den lukrativen Rohstoffen der Natur, sondern vor allem auf den menschlichen Ressourcen. In Norwegen geht die beachtlich hohe Beschäftigungsquote von Frauen mit einer nicht minder beachtlichen Geburtenrate einher – was dazu führt, dass das Land Krisen mit einer soliden Finanzlage und gutem Wachstum durchstehen kann.

Die Väterquote
75 Prozent der norwegischen Frauen arbeiten außerhalb des Hauses, verglichen mit 68 Prozent in den USA und 65 Prozent in der EU. Diese Zahl ist nicht aus dem Nichts entstanden. Norwegen war das erste Land, das eine Väterquote eingeführt hat, durch die seit 1993 ein Teil der Elternzeit und des Elterngeldes den Vätern vorbehalten ist. Diese Zeit beträgt inzwischen 12 Wochen. Neun von zehn Vätern teilen heute die Elternzeit mit der Mutter – vor 20 Jahren waren es lediglich 2 Prozent – wodurch den Frauen eine frühe Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglicht wird.Mehr darüber finden sie hier: http://www.norwegen.no/About_Norway/policy/Sozialsystem/benefits/ Informationen zu männlichen Geschlechterrollen finden sie hier: http://www.norwegen.no/About_Norway/policy/Chancengleichheit/gender/male/.

Flexibles Berufsleben
Das norwegische Anstellungsgesetz sichert Frauen, die ihr Kind stillen wollen, die nötige Freistellung von ihrer Arbeit zu, so dass sie auch bei Berufstätigkeit ihr Kind adäquat mit Muttermilch ernähren können. Diese Zeit kann unterschiedlich eingeteilt werden, z.B. kann zweimal täglich je eine halbe Stunde Stillzeit genommen oder die Arbeitszeit um täglich eine Stunde verkürzt werden. Dieses Gesetz sichert auch Arbeitnehmern, deren Kinder krank werden, die nötige Freistellung von der Arbeit zu, um sich um ihre kranken Kinder zu kümmern. Weitere Informationen über Frauen und Berufstätigkeit finden sie hier: http://www.norwegen.no/About_Norway/policy/Chancengleichheit/gender/politics/.

Kindergartenplatzgarantie
In Norwegen wird allen Kindern per Gesetz ein Kindergartenplatz garantiert. Dies ist ein weiterer Schritt, um Eltern zu ermöglichen, Familie und berufliche Karriere miteinander in Einklang zu bringen. Die Familienpolitik, inklusive des garantierten Kindergartenplatzes und der Hortbetreuung nach der Schule und in den Ferien, kostet den norwegischen Staat 2,8 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Weitere Informationen über die Kindergartenplatz-Garantie finden sie hier: http://www.norwegen.no/About_Norway/policy/Sozialsystem/daycare/.

Gesetze gegen Diskriminierung
Das norwegische Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter wurde bereits 1978 verabschiedet. Das Gesetz verbietet die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und wird auf alle Bereiche der Gesellschaft angewandt. Nach dieser langen Wirkungsdauer zeigt das Gesetz eindeutig positive Ergebnisse. Norwegen ist laut dem World Economic Forum heute eines der Länder, in dem die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter am weitesten fortgeschritten ist. Ein weiteres Gesetz, das am 1. Januar 2006 in Kraft trat, verlangt, dass mindestens 40 Prozent der Ausschussmitglieder in börsennotierten Unternehmen weiblich sein müssen. Unternehmen, die dem nicht nachkommen, riskieren laut Gesetz, aufgelöst zu werden. Als ein Resultat dessen ist die Anzahl von Frauen in den Ausschüssen deutlich gestiegen.

In welchem Umfang solche Maßnahmen notwendig sind, ist in Norwegen ein weiterhin viel diskutiertes Thema. Diese Debatte ist wichtig, denn so ist sichergestellt, dass das Thema Frauenquote am Arbeitsplatz weit oben auf der politischen Agenda zu finden ist. Weitere Informationen über Gleichberechtigung in Norwegen im historischen Kontext finden sie hier: http://www.norwegen.no/About_Norway/policy/Chancengleichheit/gender/.

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Quelle: Kgl. norwegische Botschaft   |   Bookmark and Share