Norwegen im internationalen Handel

Norwegen macht weniger als 0.1 Prozent der Weltbevölkerung aus - in dieser Hinsicht ist Norwegen also ein kleines Land. Doch Norwegens wirtschaftliche Bedeutung ist größer, als man aufgrund der Bevölkerungszahl annehmen würde. Gemäß der WTO-Statistiken aus dem Jahr 2002 rangierte Norwegen auf Platz 27 bei den Warenexporten und auf Platz 32 bei den Importen.

Im Jahr 2001 machte der gesamte Export und Import aller Waren und Dienstleistungen 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Norwegen aus, im Vergleich zu einem Durchschnitt von 45 Prozent in allen Ländern der Welt. Anders ausgedrückt, ist der Außenhandel für Norwegen wichtiger als für die meisten anderen Länder.

Norwegen hat beachtliche Marktanteile in bestimmten Bereichen. Es gehört derzeit zu den fünf größten Exporteuren von Fisch und Meeresfrüchten, Rohöl sowie von Dienstleistungen im Frachtwesen. Norwegen hat auch eine starke Position bei Leichtmetallen, Schiffszubehör und einer Reihe von Dienstleistungen in der Meeresindustrie wie Klassifizierung, Beratung und Versicherung.

Der Aufbau des norwegischen Außenhandels setzt sich von anderen Industrienationen ab. Der gesamte Warenexport in den OECD-Ländern setzt sich zu 85% aus Industriegütern zusammen; in Norwegen liegt die Zahl bei 28%, gemäß der OECD-Statistiken. Norwegens Ansehen als Anbieter bzw. Lieferant von Rohmaterialien wird auch durch die Tatsache gestärkt, dass weite Abschnitte seiner Rohmaterial-Industrie ausnehmend wissens- und technologieintensiv sind, selbst wenn die Endprodukte nicht als Industriegüter betrachtet werden. Der Erdölsektor ist ein gutes Beispiel für eine wissensintensive Rohmaterial-Industrie, und die Technologie und das Know-how, die sich in dieser Industrie entwickelt haben, wurden zu wichtigen Exportgütern.

Im Jahr 2001 exportierte die Ölindustrie Güter und Dienstleistungen, die nicht an Öl gebunden sind, im Wert von NOK 34 Millionen (ca. EUR 4.25 Millionen).

Wenngleich - in absoluten Zahlen gesehen - der Export traditioneller Güter in den 90er Jahren angestiegen ist, ist doch ihr Prozentsatz am Gesamtexportwert von 36% im Jahr 1991 auf 31% im Jahr 2001 gefallen. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass große Schwankungen beim Ölpreis hier maßgeblichen Einfluss hatten.

Der norwegische Export von Dienstleistungen ist in den letzten Jahren nachhaltig gestiegen und lag im Jahr 2002 bei NOK 152 Milliarden (ca. EUR 19 Milliarden). Der Frachtsektor macht ungefähr die Hälfte aller Einkünfte aus dem Export von Dienstleistungen aus. Andere Bereiche, wie wirtschaftliche oder finanzielle Dienstleistungen haben im letzten Jahrzehnt hohe Wachstumsraten gezeigt, wenngleich die Bedeutung der an Öl gebundenen Dienstleistungen ebenso wächst. Steigende Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport reduzierten den Prozentsatz der Einnahmen aus Dienstleistungsexporten von ca. 28% im Jahr 1991 auf ca. 24% im Jahr 2002. Dienstleistungen machen einen immer größeren Anteil am Welthandel aus. Der gegensätzliche Trend in Norwegen ist darauf zurückzuführen, dass das Wachstum bei den norwegischen Ölexporten noch größer ausfällt.

Geografisch betrachtet liegt der norwegische Exportfokus auf den entwickelten Märkten in Europa, Nordamerika und Asien.


Quelle: Norwegisches Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print